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Männlichkeit in China. Geschichte und Gegenwart
Im Fokus: Männlichkeit(en)?!

Die europäische und amerikanische Expansion löste im 19. Jahrhundert in China, Japan und Korea eine Krise der Männlichkeit aus. Der Einfluss gesellschaftlicher Ordnungen und Konzeptionen von Gender aus dem Ausland führte zu einer tiefen Unsicherheit über das eigene geschlechtsspezifische Verhalten, Aussehen oder das männliche Rollenbild in der Familie. Eine aufstrebende und mehr Mitsprache fordernde feministische Bewegung stellte patriarchalische Strukturen infrage, aber auch die Beziehung von verschiedenen Männlichkeitsidealen zueinander verschob sich zunehmend.

Der Vortrag zeigt, wie sich im Laufe des 20. Jahrhunderts bis heute Vorstellungen von Männlichkeit in China veränderten. Dabei wurden nicht lediglich Männlichkeitsentwürfe aus Europa oder den USA übernommen. Sie entstanden vielmehr aus einer sich stetig verändernden Mischung aus existierenden Auffassungen, neuen Entwicklungen sowie Einflüssen aus den asiatischen Nachbarn Japan, Taiwan und Korea, die ebenfalls in den Blick genommen werden. Unter anderem wird gezeigt, dass Ideen von Gelehrsamkeit, Bildung oder Schönheit die Konzeption von Männlichkeit sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart von großer Bedeutung in Ostasien waren und sind.


Zum Referenten:

Nicolas Schillinger ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sinologie mit dem Schwerpunkt Geistes- und Kulturgeschichte Chinas an der Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor war er mehrere Jahre als Dozent und Gastprofessor am Institut für Chinastudien der FU Berlin tätig. Seine Lehre und Forschung konzentriert sich auf die Geschlechtergeschichte sowie die Wissenschaftsgeschichte Chinas im 19. und 20. Jahrhundert.  

Kurstermine: 1

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    Ort / Raum
    • 1
    • Donnerstag, 10. März 2022
    • 19:00 – 20:30 Uhr
    • Hochschule Aalen, Beethovenstraße 1
    1 Donnerstag 10. März 2022 19:00 – 20:30 Uhr Hochschule Aalen, Beethovenstraße 1
Die europäische und amerikanische Expansion löste im 19. Jahrhundert in China, Japan und Korea eine Krise der Männlichkeit aus. Der Einfluss gesellschaftlicher Ordnungen und Konzeptionen von Gender aus dem Ausland führte zu einer tiefen Unsicherheit über das eigene geschlechtsspezifische Verhalten, Aussehen oder das männliche Rollenbild in der Familie. Eine aufstrebende und mehr Mitsprache fordernde feministische Bewegung stellte patriarchalische Strukturen infrage, aber auch die Beziehung von verschiedenen Männlichkeitsidealen zueinander verschob sich zunehmend.

Der Vortrag zeigt, wie sich im Laufe des 20. Jahrhunderts bis heute Vorstellungen von Männlichkeit in China veränderten. Dabei wurden nicht lediglich Männlichkeitsentwürfe aus Europa oder den USA übernommen. Sie entstanden vielmehr aus einer sich stetig verändernden Mischung aus existierenden Auffassungen, neuen Entwicklungen sowie Einflüssen aus den asiatischen Nachbarn Japan, Taiwan und Korea, die ebenfalls in den Blick genommen werden. Unter anderem wird gezeigt, dass Ideen von Gelehrsamkeit, Bildung oder Schönheit die Konzeption von Männlichkeit sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart von großer Bedeutung in Ostasien waren und sind.


Zum Referenten:

Nicolas Schillinger ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sinologie mit dem Schwerpunkt Geistes- und Kulturgeschichte Chinas an der Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor war er mehrere Jahre als Dozent und Gastprofessor am Institut für Chinastudien der FU Berlin tätig. Seine Lehre und Forschung konzentriert sich auf die Geschlechtergeschichte sowie die Wissenschaftsgeschichte Chinas im 19. und 20. Jahrhundert.