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Studium Generale: Bedeutung, Wirkung und Schutz von Kulturellem Erbe
Sharing Heritage - Denkmalpflege ohne Grenzen?

„Sharing Heritage – Kulturerbe teilen“, unter diesem Motto fand 2018 das aus der Bundesrepublik mitinitiierte Europäische Kulturerbejahr statt. Europas Kulturerbe und Europas kulturelle Vielfalt zu fördern und zu stärken, war Kernanliegen der Kampagne. Denkmalverantwortung für das gemeinsame Erbe macht nicht Halt an nationalen Grenzen. Denkmalpflege ist vielmehr eine grenzüberschreitende und auch eine generationenübergreifende Aufgabe. Denkmale bieten Begegnungsräume für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und widersprüchliche Interessen. Das kulturelle Erbe eröffnet und verlangt Kooperations- und Verständigungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen ethnischen, religiösen und kulturellen Milieus oder auch politischen Lagern. Digitale Medien – das beweist nicht erst die Tugend, die Konservatoren und Archäologen aus der jüngsten Not der Corona-Pandemie gemacht haben – erschließen dafür neue Wege.
 
Vorgestellt und zur Diskussion gestellt sollen aus Sicht des 1965 gegründeten Internationalen Denkmalrats ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) grenzüberschreitende Initiativen und Kooperationsformen der Denkmalpflege und Denkmalvermittlung. Neben den globalen Welterbeprogrammen der UNESCO, die ICOMOS berät, stehen vor allem Potentiale und Probleme der seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs auf europäischer Ebene entwickelten Programme zur internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit im Zentrum. Das schließt die Diskussion strittiger Denkmalthemen, wie der jüngsten Denkmalkonflikte zum kolonialen Erbe, ebenso ein wie historische Erfahrungen von Archäologen und Konservatoren im Umgang mit Zeugnissen von Krieg und Gewaltherrschaft.
 
Am Beispiel der 2016 von der Europäischen Union gestarteten und im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft 2020 bestätigten „Urbanen Agenda“ sollen aktuelle Perspektiven der europäischen Denkmal- und Städtepolitik skizziert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die im Europäischen Kulturerbejahr 2018 unter deutsch-italienischer Federführung aufgelegte Partnerschaft „Kultur und Kulturerbe“ mit dem Aktionsfeld „Integrated Approaches to Dissonant Heritage”, das dem sogenannten „Unbequemen Erbe“ gewidmet ist.
 
Prof. Dr. phil. Dipl.-Ing. Jörg Haspel studierte Architektur und Städtebau in Stuttgart sowie Kunstgeschichte und Empirische Kulturwissenschaften in Tübingen; von 1992 bis 2018 war er Landeskonservator in Berlin; derzeit ist er Präsident von ICOMOS Deutschland und Mitglied der internationalen wissenschaftlichen ICOMOS-Komitees zur Theorie und Philosophie der Konservierung und Restaurierung (ISC Theo Phil) und zur Denkmalpflege des 20. Jahrhunderts (ISC 20C); seit 2014 ist er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und engagiert sich in Forschungs- und Publikationsprojekten zur Großstadtdenkmalpflege und zum Erbe der Moderne.

Eine Anmeldung ist bis 26.04.2021 um 12 Uhr möglich. Der Zugangslink zur Veranstaltung wird dann an alle Teilnehmenden per Email verschickt.

Die Veranstaltung findet über den Zoom-Zugang der Hochschule Aalen statt. Hinweise zur Datenverarbeitung des Dienstleisters Zoom Video Communications, Inc., USA finden Sie
auf Zoom.us. Hinweise zu den technischen Voraussetzungen finden Sie hier.

Kurstermine 1

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    Ort / Raum
  • 1 Montag, 26. April 2021, 18:00 – 19:30 Uhr Online